Biographie

Jan-Filip Ťupa wurde am 20. Mai 1980 in Recklinghausen in einer tschechischen Musikerfamilie geboren. Er studierte zunächst an der Robert Schumann-Hochschule in Düsseldorf in der Klasse von Prof. Claus Reichardt. Nach seinem Diplom setzte er seine Studien beim englischen Cellisten Raphael Wallfisch an der Guildhall School of Music & Drama in London und später an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz fort. Im September 2005 erhielt er den Titel „Master of Music“, im Juni 2007 das „Konzertexamen mit Auszeichnung“. Kurz darauf beendete er seine Ausbildung mit einem weiteren „Master of Music“ im Fach „Zeitgenössische Musik“ an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Seinen interpretatorischen Horizont erweiterte er in Meisterkursen bei weltbekannten Cellovirtuosen und Pädagogen wie Bernard Greenhouse (USA), Janos Starker (USA), Gary Hoffman (Kanada), Christophe Coin (Frankreich) und Lluis Claret (Spanien).

Jan-Filip Ťupa wurde gefördert von der Kunststiftung NRW und erhielt Preise beim Schmolz und Bickenbach Wettbewerb in Düsseldorf und beim internationalen Concours Charles Hennen in Heerlen (Niederlande). Er war Mitbegründer des Kammerorchesters Schumann Camerata, in dem er als Solocellist wirkte und als Solist auftrat. Seine Konzerte in verschiedenen Ländern Europas, in Südamerika und im Nahen Osten fanden eine positive Resonanz, ebenso wie Auftritte im Rahmen der Meisterkurse des Cello-Festivals der Kronberg Academy und des Schleswig-Holstein Musikfestivals.

Seine Debut-Tournee mit der Pianistin Seon Joo Kim in der Tschechischen Republik rief beim Publikum wie auch in der Fachpresse begeisterte Reaktionen hervor. Die Musikzeitschrift Hudební Rozhledy (10/2004) attestierte ihm künstlerische Reife und meisterhafte Beherrschung seines Instruments, gepaart mit einer großen Portion jugendlichen Temperaments und unerschöpflicher Energie. Der Tschechische Rundfunk widmete dieser Tournee eine Sendung mit Ausschnitten der aus Anlass dieser Reise veröffentlichten CD.

Im Februar 2005 wurde ihm die Auszeichnung zuteil, bei einer Veranstaltung der Violoncello Society of London zu Ehren der Cellolegende Bernard Greenhouse in der Wigmore Hall die fünfte Solosuite von J.S. Bach zu spielen.

Jan-Filips besondere Leidenschaft gilt der Zusammenarbeit mit Komponisten seiner Generation. Er wirkte nicht nur bei zahlreichen Uraufführungen mit, sondern beeinflusste auch die Entstehung und Gestalt einiger Werke. Er ist zum Beispiel Widmungsträger des Zyklus „Solos para violoncello“ von José Ignacio Fernández Bollo, der im Oktober 2005 in Form von Noten und Klangaufzeichnung in einem Gedichtband des chilenischen Schriftstellerforums FDE herausgegeben wurde. (Im Umfeld dieses Ereignisses fanden fünf Konzerte in Santiago de Chile statt und Radio Beethoven Chile und der Tschechische Rundfunk widmeten der Interpretation des Werks Feature Sendungen.) Auch Prof. Manfred Stahnke schrieb für ihn 2005 „Ana B Chronicles“ für Violoncello solo.

Seine Liebe zur Neuen Musik führte ihn schließlich zum Ensemble Modern in Frankfurt am Main, einer der weltweit führenden Gruppen für zeitgenössische Musik. Dort war er von 2006 bis 2007 Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie. Seitdem spielt er regelmäßig als Gastmusiker mit Ensemble Modern, musikFabrik und verschiedenen kleineren Ensembles, unter anderem bei der Biennale di Venezia, musica Strasbourg, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, in der Alten Oper Frankfurt, im Festspielhaus Hellerau, Kwai Tsing Theatre Hong Kong, Radialsystem Berlin, sowie in einigen Produktionen für den hessischen Rundfunk und den WDR.

Mit Engagement setzt sich Jan-Filip auch für die Vermittlung zeitgenössischer Musik ein, sei es in Seminaren für Musikstudenten oder in Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen zum Beispiel im Rahmen des Projekt response – Schüler komponieren. Die von ihm 2008 mitveranstaltete und konzipierte Reihe mit Gesprächskonzerten in der Alten Patrone in Mainz wurde ausgezeichnet und gefördert als Konzert des Deutschen Musikrats.

Als Solist widmet sich Jan-Filip insbesondere dem klassischen Repertoire der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Zum Beispiel spielte er die tschechischen Erstaufführungen von Henri Dutilleuxs Konzert „Tout un monde lointain...“ und Bernd Alois Zimmermanns „Concerto en forme de pas de trois“ – letzteres gemeinsam mit dem Rundfunksinfonieorchester Prag unter der Leitung von Bernhard Kontarsky.

Aktuelle Projekte beinhalten unter anderem die Aufführung von Hans Werner Henzes Cellokonzert „Ode an den Westwind“ im Rahmen des Programms von Kulturhauptstadt Europa Ruhr.2010 und die Ersteinspielung von Jacqueline Fontyns Konzert „Colinda“ gemeinsam mit dem Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller für das Label Cybele.

Nach oben
  • Jan-Filip Ťupa

  • Download

    Hier finden Sie eine kurzgefasste Druckversion des Lebenslaufs von Jan-Filip Ťupa:
    pdf (201 kB)